End-Wurzeln, ein Menschenrechtsprojekt in Kinderschuhen

Als ich mich bei FZFN mit meinem Projekt End-Wurzeln  beworben habe, konnte ich nicht ahnen, dass es so schwierig sein würde in Nürnberg sechs Erinnerungs-Bäumchen mit einer positiven Botschaft für Nachfolgende Generationen zu pflanzen.

Alle Anfragen bei den verschiedensten Institutionen verliefen im Sande, obwohl ich bei meinen Touren mit dem Rob-Rad, auch für dieses Projekt geworben habe.

DSC_0162

 

Oft hatte ich den Eindruck, dass die Menschen, sobald das Wort jüdische Emigranten fiel, nicht mehr an der Thematik interessiert waren. Häufig erlebte ich auch böse Stimmen bezüglich der Lage in Israel und es schlug mir der blanke Haß auf das jüdische Volk entgegen.

Die zugegebenermaßen provozierende Konsequenz meinerseits, war die  Figur eines Glubb-Fans mit  Judenstern.

DSC_0909

Sie steht stellvertretend für Kurt Aufochs, einen der sechs ausgesuchten Namen.  Er war zeitlebens mit Leib und Seele “Glubber” und hat sich die Fußballzeitschrift “Kicker” bis nach Afrika in seine neue Heimat schicken lassen.

DSC_0905

DSC_0888

 

An allen möglichen Orten in Nürnberg habe ich diese Figur positioniert um mit den Menschen ins Gespräch zu kommen.

11896372_422185077967748_4472616465828864457_o

11907220_422185054634417_6278358714630340745_n

Selbst die Zeppelintribühne diente am Vatertag als Schauplatz um den Menschen bewußt zu machen, wie wichtig geschichtliches Hintergrundwissen für eine friedlichere Zukunft nachfolgender Generationen ist.

 

Nach den Morden in Paris wurde mir selbst erst so richtig bewußt, wie weit der Antisemitismus und menschenverachtendes Verhalten in Europa schon wieder Einzug gehalten hat.

DSC_2843

 

Ähnlich wie beim Rob-Rad waren für mich die größte Enttäuschung die mangelnde Unterstützung der Historiker und Fachleute, die eigentlich als Erste begriffen haben sollten, dass wir dringend Zeichen für nachfolgende Generationen setzen müssen. Dazu ist es nötig Berührungsängste und über Generationen eingepflanzte Vorurteile abzubauen.  Ich persönlich sehe mich nicht in der Pflicht immer wieder Entschuldigungen für die Täterschaft und Mitläuferschaft unserer Vorfahren zu finden oder nichts mehr davon hören zu wollen.  Sie haben große Schuld auf sich geladen und das ist mit nichts zu verharmlosen. Sie haben uns eine große Verantwortung mit auf den Weg gegeben, die ich mit Stolz trage, weil ich aus den Fehlern meiner Großeltern und Eltern gelernt habe. Wir müssen endlich aufhören die Taten unserer Vorfahren zu entschuldigen, indem wir Generationen später die Nachfahren der Opfer zu Tätern erklären.

Zur Jahreswende nutzte ich während eines New York Aufenthalts die Zeit, um Herrn Kolb und seine Lebensgefährtin Arlene zu besuchen. Ich kannte ihn bis zu dem Zeitpunkt nicht persönlich und wußte nicht was mich erwartet. Mir war lediglich bekannt, dass seine Schwester und sein Schwager von den Nazis ermordet wurden und er nach dem Krieg mit seinen Eltern nach Amerika ausgewandert ist.

DSC_0683

Die vorbehaltlose Herzlichkeit und Güte,  die mir diese beiden lebenserfahrenen Menschen an diesem Tag entgegengebracht haben, hat mich bestärkt, so lange nicht aufzugeben,  bis ich  meine sechs Bäumchen mit “Unterstützung aus der Mitte der Gesellschaft” in Nürnberg verwurzeln darf!

 

Es wird noch sehr viel Überzeugungsarbeit nötig sein, um dieses Projekt auf den Weg zu bringen.

Deshalb werde ich mich ab dem Frühjahr 2016 mit einem “Nachkriegs-Leihfahrrad” auf Werbetour durch  Nürnberg und Fürth begeben.

11874991_422924274560495_117934308762061602_o

 

 

DSC_1266

Vielen herzlichen Dank an das Freilandmuseum Bad Windsheim, die mir als Unterstützung dieses wunderbare Fahrrad, (hergestellt in den Triumph- Werken Nürnberg),  zur Verfügung gestellt haben,  <3

 

 

11059403_413408258845430_3573051564012614521_n

 

 

 

Natürlich werde ich das Rad leicht künstlerisch für meine Zwecke umfunktionieren, jedoch darauf achten, dass nichts von seinem ursprünglich historischen Charakter verloren geht.

DSC_2075

DSC_2776

 

DSC_2783

 

DSC_2784

 

DSC_2786

Wir sehen uns dann im Frühjahr 2016, wenn es wieder heißt:

11053082_422924357893820_296408936478400205_n

 

Wooly-On-Tour…………………………………..